Der stille Tod

Vor 147 Jahren war es soweit, der Albtraum der Freiheitsliebenden wurde Realität. Im deutschen Reich wurde die Impfpflicht gegen Pocken eingeführt. Im gesamten Reichsgebiet flammten Proteste gegen die Pflicht auf.
„Mit diesen Pocken wird total übertrieben. Wenn man nackt in ein Brennnesselfeld fällt, ist der Körper auch mit Pusteln übersäht. Stirbt man daran? Nein! Informiert euch mal!“ sagt ein wütender Demonstrant. Organisiert wird die Protestbewegung mittels Telegrammen, die sich die quer Denkenden gegenseitig zusenden. Anselm Frühling, Kopf der Bewegung, sieht seine Arbeit durch die Regierung erschwert:
„Die Regierung und der Kaiser halten wichtige Erfindungen zurück, damit wir uns nicht optimal organisieren können. Stellt euch vor, wir hätten Autos, Mobiltelefone oder gar Internet! Aber uns wird der Zugang zu diesen Technologien systematisch verwehrt! Lügenpresse! Pockendiktatur!“
„Die Impfung ist alternativlos, wir werden das gemeinsam durchstehen. Wir schaffen das!“ sagte Reichskanzler von Bismarck in einem Interview mit der Sensationsgazette „Gemälde“.
Rückblickend kommt man nicht umher, den Prostlern um Frühling ein wenig Recht zu geben. Alle Zwangsgeimpften aus den Jahren 1874 – 1890 sind mittlerweile verstorben, ob deren Tod in Verbindung mit der Spritze steht, wurde von offizieller Seite nie untersucht. Im gesamten Reichsgebiet sind seit der Einführung der Impfpflicht Millionen von Menschen gestorben, auch hier wird von Regierungsseite der Einfluss der Pockenimpfung geradezu systematisch totgeschwiegen.
Und so stellt sich unweigerlich die Frage: War es das wert? Denk doch mal nach!

Manfred Winkler