Schule oben ohne

Nun ist wohl auch einigen Politikern in den Parlamenten (an dieser Stelle wünsche ich einen „Guten Morgen!“) aufgefallen, dass das Zusammenpferchen von über 30 Kindern nebst Lehrkraft in einen kleinen Raum in einer Pandemie nicht die beste Idee ist. Da das rollierende System (Respekt an Frau Gebauer, für diese Wortneuschöpfung allein haben Sie einen Satirepreis verdient) offensichtlich nicht funktioniert, und es für den digitalen Unterricht im Land der Dichter und Denker unter anderem am digitalen hakt, wurde sich eine neue Idee „ersonnen“. Unterricht im Freien. Nicht nur werden hier die immunschwachen Schüler*innen frühzeitig dem darwinschen Prinzip „Survival of the fittest“ brutal ausgesetzt und somit zukünftige Kosten für das Gesundheitswesen minimiert, auch kann man endlich die wertvollen Grundstücke, die bisher durch Lehranstalten besetzt wurden, dem Markt zur Verfügung stellen und somit Geld in die chronisch klammen Regionalkassen pumpen. Final entledigt man sich der lästigen Debatte, wie man Schulen digital aufrüstet, da im Wald umherstreifende Schülergruppen auf der Suche nach der perfekten Klassenfreifläche lediglich ein altes Smartphone benötigen.

Manfred Winkler