Siegens Superliga

Wer kennt nicht das Problem. Da ist ein super Fußballverein, und kaum hakt es ein paar Spiele, der Aufstieg ist gefährdet oder es droht sogar ein Abstieg. Damit einher geht dann auch das mangelnde Interesse von potentiellen Sponsoren, Geld in einen Verein zu pumpen.
Ein Dilemma, dass den „Sportfreunden“ Siegen nur allzu gut bekannt ist. Der Vorstandsvorsitzender der Magolves moniert: „Es macht uns traurig zu sehen, wie sehr die Leistung der Mannschaft mit den Einnahmen in Verbindung steht. Jeder Verein hat Angst vor dem Abstieg, weil damit finanzielle Einbußen verbunden sind.“
Auch andere Vereine kennen das Problem: „Seit vor Jahren unserer damaliger Titelsponsor den Stecker gezogen hat, hatten wir erhebliche finanzielle Not, und damit begann auch der sportliche Abstieg“ erinnert sich der Vorstandsvorsitzende des Kentucky Fried Chicken Uerdingen Krämer ein wenig kreativ.
„Ist dieses Prinzip überhaupt noch zeitgemäß? Wenn ich in die Politik schaue, die bekommen stetig mehr Geld, ohne sich an ihren Leistung messen zu müssen. Da sehe ich auch die goldene Zukunft des Fußballs!“ äußert sich Cheftrainer der „Sportfreunde“ Cramer enthusiastisch.
Gemeinsam arbeiteten die beiden an einem gänzlichen neuen Konzept: Eine neue Superliga, in der man nicht absteigen kann.
„Wir stellen uns 16 – 20 Vereine vor, die Jahr für Jahr gegeneinander spielen, mit gewinnen, verlieren, unentschieden, vielleicht sogar einem Meister. Aber anders als in den Ligen dieser Welt gibt es keinen Unterbau, man kann also nicht absteigen.“ sagt Crämer „Das macht aus der Sicht der Vermarktung durchaus Sinn, man kann langfristige Verträge anbieten, die den Vereinen Sicherheit garantieren. Die Spiele Kentucky Fried Chicken Uerdingen gegen die „Sportfreunde“ Siegen könnte man unter dem Synonym „Cramer gegen Krämer“ etablieren, dass klingt doch jetzt schon nach einem Klassiker!“
„Und es geht noch besser: Am Ende der Saison kann man via Definition alle Vereine aufsteigen lassen, wie in einem Fahrstuhl.“ träumt Kramer.
Das Interesse an dem Ligakonzept scheint bei Vereinen in den Großräumen Köln, Gelsenkirchen und Hamburg auf Anklang zu stoßen, nach mehrmaligen kritischen Nachfragen von unserer Seite beschleicht uns hingegen das Gefühl, dass potentielle Sponsoren noch nicht gänzlich von der Superliga überzeugt sind.

Manfred Winkler