Touristische Alternativen für Wittgenstein

Nun ist es schon 8 Jahre her, dass Wisente in das Wittgensteiner Land geholt wurden. In unserem kurzlebigen Socialmedia-Zeitalter ist dies eine Ewigkeit, und so wundert es nicht, dass der Hype um die schwerfälligen, braunen Kolosse längst abgeflacht ist.
Dies ist dem Vorsitzenden des Wittgensteiner Tourismusverbandes, Alec Sander-Grauland, natürlich auch schon aufgefallen. Vor allem das vergangene und das laufende Geschäftsjahr seien eine Katastrophe.
„Es ist sehr bitter für uns hier in Wittgenstein. Kaum jemand verirrt sich noch zu uns. Wir brauchen einen neuen Touristenmagneten. Wir brauchen eine Alternative für Wisente, daher die Initiative AfW.“
Ob er die Wisente ganz abstoßen möchte?
„Nein, das braune Tiergut gehört einfach hierher, da lasse ich auch nicht mit mir diskutieren. Es bildet auch die Basis für unseren touristischen Erfolgs, aber wir brauchen einfach wieder einen Aufreißer, damit man über Wittgenstein spricht!“
Konkrete Gedanken oder gar Entscheidungen wurden bisher noch nicht getroffen, aktuell ist das primäre Ziel, einen öffentlichen Diskurs zu starten und die Leute wach zu rütteln. Von welchem neuen Aushängetier der Hobbylobbiist begeistert ist? „Vom Storch. Der ist ein Selbstläufer. Der schwebt erhaben über den Dingen und verbraucht kaum Bodenfläche.“ Weiter fährt er mit Blick auf eine große Grünfläche, die zum Wisent-Naturschutzgbiet hört, fort:
„Das alles, Weide, das würde ich gerne beackern.“ Die bisher verpasste Möglichkeit, blond wehende Ehren umzuknicken und zu ernten, lässt bei Sander-Grauland nicht nur den Kragen platzen. „Aber auch mittlerweile da steht einem die grüne Regenbogenpolitik im Weg.“

Manfred Winkler